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Von Fernweh in der Ferne, Polizeikontrollen und der Südostasienreise.

Teil 3

Tag 51 – 18. März 2019 

Nach einer Nacht auf einem Stellplatz welcher sehr nah an der Innenstadt von Faro liegt, aber auch wirklich sehr verkehrsgünstig – direkt in der Einflugschneise, an den Gleisen des portugiesischen Schnellzugs und mit einer Bushaltestelle in der Nähe – geht’s an den internationalen Flughafen von Faro. Julia kommt uns besuchen, eine Freundin von uns aus Schulzeiten. 

Die nächsten Tage nutzen wir um ihr zu zeigen und zu erzählen was wir in den letzten 2,5 Monaten erlebt haben. Wir waren in dieser Woche an den – für uns – schönsten Orten der Ost-Algarve: Tavira, Praia de Quarteira und Faro. Sie empfindet es ähnlich wie wir es taten. Faro ein schickes Örtchen, aber doch irgendwie mit seinen ganzen Touriläden etwas charmelos, aber geht man die richtigen Wege findet man auch dort Gassen die an eine südländische Romanze erinnern.

Die Praia de Quarteira als einzigartiges Naturschauspiel, an der man unter den grünen Pinien über den Ozean schauen kann. Und Tavira als verträumtes Hafendorf mit verwinkelten Gassen und dem Gefühl innerhalb von wenigen Stunden ein waschechter Portugieser zu sein. Wir danken dir, liebe Jule für deinen Besuch und freuen uns darauf dich bald wieder zu sehen. 

Tag 58 – 25. März 2019 

An diesem Tag heißt es dann Abschied nehmen, welcher eher kurz ausfällt am Flughafen Faro. Zumindest wenn man die utopischen Parkpreise umgehen will. Also geht es mit einer kurzen Umarmung und dem Wunsch eines guten Fluges für Jule in den Flughafen und für uns zurück auf die Straßen der Algarve. 

Die folgenden Tage verlaufen eher schleppend, wir beschließen wieder nach Tavira zu fahren. Wir wollen versuchen einfach ein paar Tage ein „normales“ Leben zu führen. Nicht viel zu machen. Alltag. Ein bisschen rumsitzen, den ein oder anderen Film auf Netflix mit unserem iPad zu schauen. Aber irgendwie fühlen wir uns nicht so richtig wohl, wir wollen weiter, wollen wieder entdecken, wollen wieder Abenteuer. Jetzt fragt ihr euch sicherlich: warum macht ihr denn nicht einfach weiter? Tja, wir bekommen wieder Besuch, wieder in Faro, aber erst in 3 Wochen. Wie sollen wir diese Zeit jetzt überbrücken? Noch drei weitere Wochen im Osten der Algarve, das wird uns zu langweilig. Wir beschließen schon weiter in den Westen zu fahren. Lagos, Sagres, Aljezur, Monchique, Silves. Dort erwartet uns noch viel was entdeckt werden will. 

Am letzten Abend in Tavira trifft es uns aber nochmal knallhart.

Tag 62 – 29. März 2019 

Wir sind an einem Platz in Tavira, an dem wir in den letzten Wochen schon häufig geschlafen haben. Ein paar hundert Meter außerhalb der Stadt. Wir verbringen unseren Abend, wie so viele vor dem Van. Ein leckeres Abendbrot, ein Glas Wein und den Sonnengang genießen. Nach einer Weile passiert es dann: ein Geländewagen mit der Aufschrift „GNR – Guarda Nacional Republicana“ bleibt direkt neben unserem Van stehen, bei der GNR handelt es sich um die portugiesische Sicherheitspolizei. Der nette Polizist erklärt uns unser Vergehen, unsere Stühle sind das Problem. Wir dürfen nicht einfach so, irgendwo auf unseren Stühlen vor unserem Van sitzen.

Wildes Campen – das war mir natürlich vorher auch schon ein Begriff und ich wusste, dass es verboten ist. Aber wir dachten uns nicht viel dabei, denn wir sind nicht die einzigen auf diesem Platz. Viele weitere Wohnmobile stehen in Reihe direkt am Wasser und campen dort ja auch? Nein, scheinbar tun sie das nicht, so zumindest der Polizist. Wir campen, weil wir Stuhl und Tisch draußen stehen haben. Er nimmt unsere Daten auf und erklärt uns, dass es für dieses Vergehen ein Bußgeld von 70€ gibt, jedoch sagte er auch, dass dieses bei Touristen wohl fast nie verlangt wird. Wir warten also auf einen Brief in Deutschland, wissen aber nicht ob dieser jemals kommen wird. 

Sollten wir diesen Fehler aber noch ein weiteres Mal machen, soll es teurer werden. Na Klasse.. wir haben jetzt also nur drei Optionen. Entweder wir riskieren eine weitere Strafe, wir verbringen unsere Tage und Abende hauptsächlich im Van oder wir müssen auf Campingplätze. Alle drei Optionen sind nichts für uns, eine weitere Strafe kann teuer werden und das wollen wir nicht riskieren. Permanent im Van hocken ist auch nichts für uns, zum schlafen und einen Snack ist das alles schön und gut, aber den ganzen Abend? Und Campingplätze? Nein, definitiv nein! Wir haben unsere Erfahrungen gemacht, viele negative und nur eine einzige positive auf dem Wirthshof in Markdorf am Bodensee.

Wir beschließen also in den kommenden vier Wochen in Portugal ein bisschen weniger auf das Geld zu achten, ein bisschen häufiger Abends lange vor urigen Lokalen zu sitzen, uns ab und zu eine Airbnb zu genehmigen und uns das Leben leicht zu machen. 

Tag 70 – 06. April 2019

Und so ist es auch, heute sitze ich auf dem Balkon eines kleinen Apartments in Portimão und schreibe diesen Text. Ich habe Zeit darüber nachzudenken was passiert ist und was in Zukunft kommen wird. Unsere Reise geht weiter, das steht fest. Ab Ende April geht es bis Anfang Juni durch Europa (die Route kennen wir selbst noch nicht) zurück nach Deutschland. Im Juni 2019 kommt dann ein ganz neues und aufregendes Abenteuer auf uns zu. Wir werden einen Monat den Van gegen ein Flugzeug austauschen und die Weiten von Südostasien erkunden. Thailand, Malaysia, Indonesien und Singapur stehen auf dem Plan. Wir sind voller Vorfreude und sehr gespannt auf die kommenden Monate. Im Juli geht es dann aber wieder zurück in unser Zuhause auf 4 Rädern. Plan ist die Balkanroute, aber von Plänen reden wir nur selten. Lassen wir uns überraschen.

Y.

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