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Ein erster Test

Wir schreiben Tag 3 unserer Testreise und bevor wir beginnen von den letzen 3 Tagen zu berichten, möchten wir noch noch etwas nicht ganz unwichtiges erzählen: wir waren noch nie in einem Wohnwagen unterwegs, weder getrennt voneinander noch zusammen und als wir uns dazu entschieden einen Van auszubauen haben wir nicht darüber nachgedacht ob das etwas für unseren Lebensstil ist oder ob es nichts für uns ist. Alles was wir wussten war: wir beide lieben das Reisen und sind dazu in der Lage einfach zu leben, zu reisen und zu sein. Damit meine ich minimalistisch, nachhaltig. Für viele unvorstellbar, für andere ganz normal. Wir haben ja auch noch den Luxus eines Autos, welches eine Stelle zum Kochen, Waschen und eine Toilette beinhaltet. Dennoch ist es eine Umstellung, die uns vorher nicht in dem Ausmaß bewusst war, was allerdings überhaupt nicht negativ ist. 

Wir haben all unsere vorherigen Pläne über Bord geworfen. Als wir am Freitag in Rothenburg ob der Tauber, unserer geplanten Zwischenübernachtung ankamen regnete es in Strömen. Das gefiel uns nicht allzu sehr, deshalb sind wir direkt bis nach Österreich an den Bodensee weiter gefahren. Der erste Tag in Bregenz war toll, es war schon sehr spät in der Nacht als wir ankamen, deshalb haben wir gar nicht lang nach einem guten Platz für den Van gesucht, im Nachhinein eine gute Entscheidung, denn als wir morgens aufwachten, hatten wir einen wundervollen Blick auf den See und die Alpen. Wir standen auf einem Parkplatz an der Promenade.

Wir finden es in Ordnung an solchen Orten zu stehen, wenn man ein paar ganz simple Regeln beachtet. Wir achten vor allem an solchen Plätzen sehr darauf kein Campingverhalten an den Tag zu legen, dafür gibt es wirklich geeignetere Orte, stellen unseren Tisch nicht raus und verhalten uns ruhig. Viele Menschen interessieren sich für unser Auto, was ein total komisches Gefühl ist. Leute bleiben stehen und schauen, andere winken und freuen sich mit uns und niemand ist uns bisher negativ entgegen gekommen. Aber auch dafür hätten wir Verständnis. 

Am Morgen haben wir uns noch einen Kaffee gekocht, haben uns damit an die Promenade gesetzt und den Blick genossen, bis es weiter in die Schweiz gehen sollte. 

Dort war ich noch nie und bin einfach nur erstaunt von diesem Land. In meinem Augen waren das einfach unendliche Weiten und alles was man sieht ist pure Natur. Berge, Wasserfälle und Seen. In einem wundervollen Örtchen namens San Bernadino sollte der Weg für den Tag enden. Doch auch von dort aus zog es uns noch weiter. Nach Italien. An den Lago Lugano. Bis zu dem Zeitpunkt dachten wir noch, wir würden in die Toskana fahren. Dort erlebten wir unseren ersten richtigen gemeinsam Urlaub. Ich war bisher 3 mal in der Toskana und Yannik bereits unzählige. Irgendwie ist es dort magisch für uns. Die Luft, die Landschaften, selbst die Supermärkte begeistern uns. Und wir hatten uns eigentlich fest vorgenommen dort hin zu fahren. Ja, bis wir bemerkten, dass wir ein 3 Tonnen schweres Auto besitzen, welches mit 50 km/h im dritten Gang auf der Autobahn bei 13% Neigung die Alpen hoch fährt. Ein weiterer Punkt, den wir nicht bedachten: ein ausgebauter Ford Transit ist kein Flitzer. Überhaupt kein Problem, wenn man die Zeit dafür hat langsam zu reisen. Diese werden wir haben. Für jetzt ist es allerdings nicht das richtige, weil wir momentan nicht jeden Tag 5 Stunden fahren möchten. 

Die nächste Nacht verbrachten wir in einem Ort in der Nähe von Mailand. Und ja, wir müssen zugeben gestern nach der Fahrt waren wir kurzzeitig etwas geplättet. Wir fanden keinen richtigen Platz, der uns gefallen hat, hatten keine Lust zu kochen und alles war in dem Moment einfach anstrengend. Wir haben viele Campingplätze gesehen und viele deutsche Nummernschilder, viele Vans die einfach am Straßenrand standen. Also  haben wir einfach den nächsten ruhigen Parkplatz genommen und sind in den Ort namens Verbania gelaufen, eine Pizza gegessen, einen Wein getrunken und anschließend auf dem Parkplatz dort genächtigt. Leider gibt es kein Bild davon wie wir uns am nächsten morgen gegenseitig Wasser über den Kopf laufen ließen, um uns die Haare zu waschen. Eine neue Situation für uns und kein Mensch, der an uns vorbei lief fand es komisch (glauben wir zumindest). Und dann haben wir hin und her überlegt: was machen wir jetzt?

Alles was wir geplant haben lief anders. Wir haben eine Fähre gesehen, die auf die andere Seite des Lago Maggiore fuhr und diese haben wir spontan gebucht. Eine gute Entscheidung. Hier verbringen wir unsere dritte Nacht, waren bereits baden und haben uns den ersten Sonnenbrand eingeholt.

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