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Der erste Schritt

Wir beschäftigen uns seit mehreren Monaten mit Van Conversions, zu deutsch Wohnmobilausbauten, verfolgen Blogs und versuchen wertvolle Tipps zu erhaschen. Je mehr man sich mit dem Umbau eines Transporters beschäftigt, desto mehr Fragen kommen auf. Der erste Schritt ist die Kalkulation: Wie viel Geld können wir für den Kauf des Basisautos ausgeben? Worauf setzen wir Prioritäten? Und wie viel Geld benötigen wir auf der Reise? Um besser kalkulieren zu können, sollte man sich einen groben Plan über seine Vorstellungen machen. Unsere sehen so aus:

  1. Warum kauft ihr euch kein fertiges Wohnmobil?

    Als wir auf der Suche nach einem geeigneten Kastenwagen für uns waren, sind wir ganz oft auf Wohnmobile gestoßen. Wir haben allerdings gemerkt, dass wir uns nicht vorstellen können, dass wir uns dauerhaft in einem fertig ausgebauten Wohnwagen „von der Stange“ wohlfühlen würden, da uns bei den Modellen, welche wir gesehen haben irgendwie der Charme und die Persönlichkeit fehlte. Dies ist allerdings nur unsere persönliche Meinung. Außerdem war die Vorstellung darüber, dass wir selbst Hand anlegen können und uns unser eigenes kleines Zuhause erschaffen könnten um einiges schöner.

  2. Der Kastenwagen, welches Modell, gebraucht oder neu?

    Es sollte ein kompakter Kastenwagen werden, in dem wir beide mit unseren 7 Sachen, Klapprädern und -stühlen Platz finden können. Das war der Plan. Die Größe? Flexibel. In kleinen Dörfern, mautpflichtigen Autobahnen (welche wir dennoch größtenteils meiden möchten) und beim Rückwärtseinparken ist ein kurzer VW Bulli sicherlich nicht falsch. Aber ob wir dort ein gemütliches Bett und eine Dusche unterkriegen würden? Der Markt hat einiges zu bieten: Mercedes Sprinter, Ford Transit, Fiat Ducato, Peugeot Boxer. Oder doch der Bulli mit Hochdach? Gebraucht war jedes dieser Modelle preislich circa im selben Bereich.
    Mit einem Neuwagen wollen wir nicht kalkulieren, diese liegen im Preis einige Klassen höher, allerdings sollte er auch nicht 20 Jahre und hundert Tausende von Kilometern auf dem Buckel haben, wir wollen auf der Reise mit so wenig unangenehmen Komplikationen, was den Van angeht, wie möglich rechnen und in jedem Land eine Werkstatt anfahren zu müssen kommt nicht in Frage. Hinzu kommt, dass wir wirklich wenig Ahnung von der Mechanik haben, also muss ein Mittelding her.

  3. Welche Prioritäten setzen wir bei der Innenausstattung?

    Für uns ist bereits jetzt klar – wir wollen Campingplätze so gut es geht meiden, nicht nur aus dem Aspekt, dass Campingstellplätze je nach dem wo man sich gerade aufhält auf Dauer auch kostenintensiv werden können, sondern auch weil wir dort stehen bleiben möchten, wo es uns gerade gefällt und gut geht.
    Um diesem Wunsch gerecht zu werden, müssen wir so bauen, dass wir auch mal einige Tage autark sein können.
    Das bedeutet für uns:
    • ein geräumiges Bett in dem wir beide Platz finden und uns ausstrecken können (für mich persönlich einer der wichtigsten Aspekte)
    • ein Bad mit fließendem Wasser und definitiv keine Chemietoilette, da es mittlerweile viel bessere Alternativen gibt
    • ein mit Solarenergie betriebenes Induktionskochfeld und genug Strom für Steckdosen, Handys, Kameraakkus, Kühlschrank

  4. Warum macht ihr das, dauerhaft in einem Auto auf kleinstem Raum leben?

    Wir haben nichts zu verlieren, sind nicht gebunden und haben Lust auf ein gemeinsames Abenteuer. Meistens haben uns unsere gemeinsamen Urlaube in kleine Ferienhäuser- oder wohnungen verschlagen, Zwischenübernachtungen in einfachen, aber charmanten Hotelzimmern. Wir mögen es mittendrin zu sein, mit dem Van hätten wir genug Flexibilität zwischen Großstadt und Landleben wechseln zu können. Und die Größe macht uns nicht aus, bereits jetzt wohnen wir in einer relativ kleinen 1-Raum-Wohnung und viele Sachen, die uns wirklich wichtig sind besitzen wir gar nicht. Zumindest würden wir sie alle im Wohnmobil unterkriegen. Wir sehen es eher als Bereicherung auf engstem Raum miteinander leben zu können.

  5. Routenplan und Starttag?

    Der Plan sieht vor, dass wir im Januar 2019 starten und in den wahrscheinlich südlichsten Teil Europas fahren.

Wir wissen heute noch nicht ob unsere Vorstellungen der Realität entsprechen und ob das für uns die richtige Art und Weise zu reisen und zu leben ist. Das wird sich erst zeigen, wenn wir es ausprobiert haben.

Die letzten Wochen nutzten wir effektiv um einen geeigneten Transporter zu finden. Aber der Funken wollte bei keinem Exemplar, welches wir uns anschauten, überspringen. Bis ich den Link zu einem potentiellen Van aus einer Nachricht von Yannik öffnete. Wir haben den Händler noch am selben Tag angerufen und wenige Tage später stand er bereits vor der Haustür, ein roter Ford Transit aus dem Jahr 2011, mit 60.000 km auf dem Buckel, der bis dato für eine Metallbaufirma fungiert hat,

Bea.

 

 

 

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